Das Zauberwort schlechthin in christlichen Kreisen – „Gemeinschaft“.

Was ist denn das zauberhafte daran? Laut Wikipedia wird mit Gemeinschaft eine „überschaubare soziale Gruppe“ beschrieben, „deren Mitglieder durch ein starkes „Wir-Gefühl“ eng miteinander verbunden sind“. Nun, das ist doch oft in christlichen Gemeinden vorzufinden?!

Zumindest vom Erfinder der Gemeinde war es angedacht: Jesus Christus hat in seiner Wirkungszeit eine Gruppe Menschen um sich versammelt, denen er alles beibrachte, was für die neu zu gründende Gemeinde wichtig ist.

Und dann kam Karfreitag. Jesus stirbt nach einer schnellen Gerichtsverhandlung am Kreuz auf Golgatha. Und mit ihm alle Hoffnung seiner Freunde. Er war der Mittelpunkt ihrer Gemeinschaft, der Lehrer und Freund, der die unterschiedlichen Typen und Charaktere noch am Abend zuvor am Abendmahlstisch vereint hat.

Was soll jetzt aus ihnen werden? Wer soll die Gruppe weiter zusammen halten, jetzt, wo Jesus tot ist? Was wird aus ihren Hoffnungen und Erwartungen? Jesus starb, weil er von der religiösen Elite seiner Zeit gehasst wurde. Werden seine engsten Freunde jetzt auch verfolgt und verurteilt werden? Fragen über Fragen und keiner versteht wirklich, was an Karfreitag passiert ist.

Über all diese Ängste und Zweifel und der Trauer vergeht der Karsamstag.

Und es folgt Ostersonntag. „Ich weiß, dass ihr Jesus von Nazareth sucht, den man ans Kreuz genagelt hat. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ (sagt der Engel zu den Frauen, die Jesus im Grab balsamieren wollten, vgl. Matthäus 28)

Was? Jesus Christus auferstanden? Die Freunde Jesu, denen die Frauen das Erlebte erzählen, können es nicht glauben und halten sie für verrückt. Doch es kommt noch besser, Jesus erscheint auch ihnen und überrascht sie in ihrem Versteck. Er lässt seine Freunde nicht alleine zurück, sondern ist wieder derjenige, der sie lehrt und ihnen alles erklärt. Dass er sterben musste, und dass die Auferstehung der Neubeginn der Beziehung zwischen Gott und Mensch bedeutet. Dass nur er alleine derjenige war, der dieses Weg gehen konnte. Und dass er im Vorfeld nicht alles so deutlich erklären  bzw. dass die Freunde eben noch nicht alles verstehen konnten.

Das Ende von Kapitel 28 aus dem Matthäus-Evangelium finde ich so herausragend: Jesus, Begründer der christlichen Gemeinschaft gibt seinen Freunden einen letzen Auftrag:

„Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.
Geht hinaus zu allen Völkern, und tut alles dafür, dass die Menschen mir nachfolgen. Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Lehrt sie alles, was ihr von mir erfahren und was ich euch aufgetragen habe.
Aber vor allem vergesst eines nie: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Jesus lässt seine gestiftete Gemeinschaft nicht alleine zurück. Er gibt ihnen einen Auftrag, der sie weiter als solche existieren lässt. Er sorgt für das „Wir-Gefühl“, von dem Wikipedia berichtet, denn dieser Auftrag lässt sich nur gemeinsam umsetzen.

Und das bis heute! Ich bin froh, in unserer Gemeinde diese Gemeinschaft zu leben, zu der uns Jesus Christus durch Ostern gemacht hat!

Autorin: Andrea