Gibt es so etwas überhaupt?

Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul. Oder, was nichts kostet, ist nichts. Solche Volksweisheiten suggerieren, dass Kostenloses nie etwas Wertvolles sein kann. Wenn ich also meinen Lieben zeigen möchte, wie wertvoll sie mir sind, dann muss mein Geschenk schon etwas ganz Besonderes sein und das wird teuer.

Ja, wenn es um mich geht und der Wert des Geschenkes gleichzeitig ein Barometer meines eigenen Wertes ist.

Nein, wenn es mir wirklich um den Anderen geht. Dann brauche ich nämlich zunächst einmal eine gute Idee, denn das Geschenk soll ja einen (Herzens-)Wunsch des Anderen erfüllen.  Also ist meine Aufmerksamkeit gefordert. Ich kann die Fragen: Was ist dem anderen wichtig, was braucht er, nur beantworten, wenn ich den Anderen in seinem Alltag begleite und wahrnehme, wenn ich Anteil nehme an seinem Leben und nebenbei ausgesprochene Wünsche mich erreichen und mir im Gedächtnis (oder auf einem Notizzettel) bleiben.

Aufmerksamkeit ist ein kostenloses Geschenk, genauso wie die Zeit, die ich mir dafür nehme. Auch Zeit, die ich mir nehme, um mit dem Anderen etwas zu unternehmen was ihm Freude macht oder um ihm zu helfen, ist ein kostbares Geschenk.

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen: ein freundliches Lächeln, ein paar anerkennende oder aufmunternde Worte, ein offenes Ohr, …

 

Das größte Geschenk hat uns Gott gegeben als er seinen Sohn Mensch werden ließ:

 

Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen

            für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen,

            sondern das ewige Leben haben.                                                Joh. 3,16 

 

Dieses große, kostenlose Geschenk feiern wir jedes Jahr an Weihnachten.  Und aus Dankbarkeit beschenken wir dann auch andere.

Wie wäre es mit einem kostenlosen Geschenk?

 

Autorin: Waltrud Dörpinghaus